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28.09.2015

45 Jahre alt und immer noch nicht fertig

CDU-Politiker aus Velbert, Ratingen und Heiligenhaus trafen sich gemeinsam in der Hofermühle in Heiligenhaus an der A44-Baustelle, um symbolisch und zynisch den 45. „Geburtstag“ der Autobahn zu feiern. Für den Ostabschnitt der Trasse ist nämlich vor mittlerweile 45 Jahren, genauer am 06. August 1970, die so genannte „Linienbestimmung“ erfolgt. „Der Autokorso zur Feier des Tages muss leider ausfallen, denn die Trasse ist ja nach 45 Jahren immer noch nicht fertig“, witzelte einleitend der Heiligenhauser CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf Herre.

 

„Ein solcher Projektverlauf ist wirklich keine Zier für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen“, waren sich die CDU-Abgeordneten Peter Beyer und Dr. Wilhelm Droste einig. „Es darf nicht sein, dass sich das Landesverkehrsministerium hier immer nur dann zu Wort meldet, wenn es neue Verzögerungen bei der A44 zu entschuldigen gibt. Wir meinen, dass Politik und Regierung stattdessen Antreiber solcher Bauvorhaben sein müssen.“

 

Dr. Droste weist zudem darauf hin, dass die Landesregierung in den letzten Jahren zweistellige Millionenbeträge an den Bund zurückgezahlt hat, weil man nicht ausreichend Bauvorhaben in Nordrhein-Westfalen geplant hat und umsetzen konnte. „Dieses Geld wäre doch gerade bei der A44 schon gut investiert gewesen.“

 

Passend zu diesem frustrierenden Projektverlauf gab es daher nicht nur einen süßen Geburtstagskuchen, sondern die CDU-Vertreter hatten auch mehrere Gläser saure Gurken im Gepäck. „Obwohl die ja eigentlich Landesverkehrsminister Groschek zustehen würden“, war man sich einig.

 

„Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“, war denn auch der Heiligenhauser Bürgermeister und CDU-Kreisvorsitzende Dr. Jan Heinisch verärgert. Symbolisch hob er den Treffpunkt der Geburtstagsfeier hervor: Der Anfang einer künftigen Autobahn-Auffahrt führt nur in einen großen Lehmberg hinein. „Wenn man schon nicht in der Lage ist, innerhalb von ganzen sechs Jahren seit den Gerichtsurteilen den Baubeginn Richtung Ratingen-Ost hinzukriegen, könnte man sich ja wenigstens mit Volldampf um den Abschnitt an Heiligenhaus vorbei nach Velbert kümmern.“ Dort, so Heinisch, werde zwar an einigen Stellen gewerkelt. „Aber Volldampf auf der ganzen Trasse sähe eindeutig anders aus. Und von der aktuellen Landesregierung hat sich bis heute trotz Einladung kein führender Vertreter auf der Baustelle blicken lassen. “

 

Ebenfalls machten sich am Sonntag Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka und Landrat Thomas Hendele für den Autobahnabschnitt stark. Lukrafka wurde überdies begleitet von seinem Amtsvorgänger Heinz Schemken, der von Anbeginn das Projekt auf Bundesebene vorangetrieben hat. Heinz Schemken wollte sein komplettes Lebenswerk (nicht nur den seit jahrzehnten fertiggestellten Velberter Teil) noch zu Amtszeiten eröffnen! Stattdessen blickt er auf einen Erdwall, der die zukünftige Trasse versperrt.

 

Die CDU, so der Abschluss der „Geburtstagsfeier“, erwartet kurzfristig von der Landesregierung alle Anstrengungen, um endlich mit Hochdruck dieses wichtige Autobahnteilstück fertig zu stellen.

„Wir werden es nicht mehr akzeptieren, wenn die Fertigstellung erneut verschoben wird. Dieser fehlende Autobahnabschnitt ist die Lebensader für die Zukunft unserer Wirtschaft“, sagt Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka, der die schnelle Anbindung an den Düsseldorfer Flughafen für seine Unternehmen einfordert.

 

Außerdem forderten die Christdemokraten von Minister Groschek seine bisherige kritische Haltung zur A44 aufzugeben und sich doch noch bei einem persönlichen Besuch vor Ort ein Bild von dem täglichen Verkehrschaos in Ratingen-Homberg zu machen, um sich dann Kraft seines Amtes für eine beschleunigte Realisierung der Trasse einzusetzen.

 

 

Fakten

- Genehmigung der Linienführung östlicher Abschnitt (Rehmann > L156): 06.08.1970

- Genehmigung der Linienführung westlicher Abschnitt (L156 > Ratingen-Ost): 28.04.1977

- Baubeginn: April 2010,

- voraussichtliches Bauende: derzeit offen, geplant 2018/2019

- Länge der Ausbaustrecke: 9860 Meter

- Brücken: zwölf, davon fünf als Talbrücken; längste: Angerbachbrücke 384 Meter